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Demokratie klingt – Musik als Stimme der Freiheit

Demokratie unter Druck? Wanderkonzert in der Burg Hasegg am Freitag 6. März 2026

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Unter dem Titel „Demokratie unter Druck“ luden die Musikschule und das Stadtmuseum zu einem Konzertabend, der weit über das reine Musizieren hinausging. Lehrpersonen und Ensembles stellten ihre Beiträge in einen gesellschaftlichen Zusammenhang – und machten erfahrbar, wie stark Musik als Spiegel und Stimme politischer Haltung wirken kann.

Nadja Wöss erinnerte mit dem Erwachsenen-Gesangsensemble und dem Stück „How do I love thee“ nach einem Text von Elizabeth Barrett Browning an den langen Kampf von Frauen um Sichtbarkeit in Kunst und Gesellschaft. Die feine Interpretation verlieh dem historischen Stoff überraschende Aktualität – und dank Übersetzung in Gebärdensprache wurde die Botschaft auch für Gehörlose unmittelbar erlebbar.

Behruz Pietsch zusammen mit Yungyee Choi und seinen Schüler:innen eröffneten mit William Boyces Triosonate Nr. 1 einen kammermusikalischen Dialog: drei kontrastreiche Sätze, die – ganz im Geist demokratischer Kultur – von Zuhören, Reagieren und gegenseitigem Verständnis leben.

Zwischen Hoffnung und kritischer Distanz bewegte sich der Beitrag von Martin Wesely. Mit „La Vita é bella“ von Nicola Piovani erinnerte er an die Kraft der Menschlichkeit selbst in dunklen Zeiten. Das Gitarrenensemble Female Drive setzte mit „Synchronicity“ von The Police einen spannenden Kontrapunkt – musikalisch einprägsam, inhaltlich ein Spiel mit der ambivalenten Energie kollektiver Gleichschaltung.

Mit viel Gespür für historische Bezüge nahmen Martin Flörl und Wolfgang Unterkircher mit ihrer Band „Marching Time“ die Geschichte der Marschmusik unter die Lupe. Von Purcell über Beethoven bis Hindemith und MEUTE spannten sie einen Bogen, der zeigte: Der Marsch kann Macht demonstrieren – oder sie kritisch hinterfragen.

Besonders berührend erklang Myroslaw Skoryks Melodie in a-Moll, interpretiert von Eva Zengerer und ihren Schülerinnen. In der Ukraine längst ein Symbol der Hoffnung, verband das Werk stille Melancholie mit einem eindrucksvollen Bekenntnis zu Freiheit und Selbstbestimmung.

Für einen augenzwinkernden Perspektivwechsel sorgte Christian Oberdorfer mit zwei Sängern, Saxophon und Keyboard: Aus Reinhard Fendrichs „I am from Austria“ wurde ein musikalisches Plädoyer für Vielfalt – „I am from…“ erklang mit wechselnden Ländernamen und setzte damit ein kraftvolles Zeichen für Offenheit.

Den gedanklichen Bogen spannte Andreas Schiffer mit dem „Marsch der Minderheiten“ von Hanns Dieter Hüsch, arrangiert für großes Percussion-Ensemble. Der Text, aus der Tradition des politischen Kabaretts, stimmgewaltig vorgetragen von der Nestroy-Preisträgerin Petra Alexandra Pippan, erinnerte daran, dass Demokratie nicht von der Mehrheit allein lebt – sondern von der Kraft und dem Mut der Minderheiten.

So entstand ein Abend voller Zwischentöne, Emotionen und Ideenreichtum – eine musikalische Hommage an Freiheit, Vielfalt und Verantwortung. „Demokratie unter Druck“ machte hörbar, dass Musik Haltung zeigen, Fragen stellen – und zum Nachdenken anregen kann. Es wurde vom Publikum auch eine Wiederholung des Abends eingefordert.

Ganz herzlicher Dank für die super Zusammenarbeit an Christine Weirather vom Stadtmuseum und Gudrun Zerobin von der Münze Hall. (Andi Schiffer)

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