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Geschichte der Musikschule der Stadt Hall in Tirol

 

Im Jahre 1918 hat der Gemeinderat nach mehreren Besprechungen des damaligen Bürgermeisters Anton Schlögl mit Haller Musikfreunden die Satzungen für eine Musikschule genehmigt und deren Gründung beschlossen.

Erster Leiter war Andrä Kraus, ihm folgten Alois Kühlwein (1924 bis 1933), Josef Koch (1933 bis 1935), Hans Ebenbichler (1936 bis 1943); im Jahr 1944 wurde die Musikschule von Alois Fintl geleitet, zwischen 1945 und 1948 wieder von Hans Ebenbichler.

Ab 1948 bis 1986, also durch fast 40 Jahre, hat Fritz Bleyer die Geschichte der Musikschule geprägt. Er war vielseitig musikalisch tätig, u.a. als Chorleiter des Pfarrchores St. Nikolaus, als Chorleiter verschiedener anderer Chöre sowie 40 Jahre lang als Dirigent des Orchestervereins.

1961 wurde der „Verein Musikschule Solbad Hall“ gegründet. Seit 1967 leitete Ferry Strassl die Abteilung für Volks- und Unterhaltungsmusik und gründete 1972 das „Jugendorchester Ferry Strassl“.

1986 hat Hannes Buchegger die Musikschulleitung übernommen und die folgenden 3 Jahrzehnte sehr erfolgreich gestaltet. 1992 wurde mit der Installierung des Tiroler Musikschulgesetzes eine richtungsweisende Entscheidung getroffen. In der Folge wurde auch die Neuorganisation der Musikschule der Stadt Hall in Tirol an diese deutlich verbesserte Gegebenheit angepasst und vom Stadtrat beschlossen.

In den Folgejahren ist eine rasante Aufwärtsentwicklung festzustellen. Seit dem Schuljahr 1999/2000 werden über 1000 Schüler von bis zu 50 Lehrkräften in über 30 Fächern unterrichtet. Dies hatte wiederum zur Folge, dass in Absam, Mils und Thaur Außenstellen eröffnet wurden. Personelle, finanzielle und organisatorische Rahmenbedingungen konnten verbessert und das Sekretariat mit einer 2/3 Anstellung fix eingerichtet werden.

Die große Akzeptanz der Musikschule ist aber auch besonders auf den erfreulichen qualitativen Standard zurückzuführen. Bei allen Landes- und Bundesveranstaltungen im Rahmen gesamtösterreichischer Jugendmusikwettbewerbe gibt es Spitzenresultate für zahlreiche Schüler der Haller Musikschule. Auch die Gruppierungen, die gemeinsames Musizieren pflegen, zeigen deutlich das hohe Niveau, wie z.B. das Orchester Hallegro, das nach seiner Gründung im Jahr 1987 durch Otmar Huber fast 30 Jahre von ihm geleitet wurde. Die Haller Stadtpfeifer und die inzwischen in ganz Europa bekannte und erfolgreiche Brassband Fröschl Hall sind wohl auch in Zusammenhang mit der Musikschule zu nennen, weil sie aus der Musikschule gewachsen sind und von Dir. Hannes Buchegger gegründet und geleitet wurden.

Eine nachhaltige Festigung der Musikschule erfolgte im Jahr 2007 durch die Verleihung des Status einer Schule im Sinne des Privatschulgesetzes mit Öffentlichkeitsrecht durch den Bund.

Nach der Pensionierung von Prof. Hannes Buchegger wurde Günther Klausner ab September 2019 mit der Schulleitung betraut.

Derzeit werden an der Musikschule der Stadt Hall in Tirol über 1100 Hauptfachschüler*innen mit über 1.300 Fächerbelegungen von insgesamt 44 Lehrkräften unterrichtet und es gibt in einigen Fächern zusätzlich lange Wartelisten. Die Begeisterung der Jugend für eine qualitätvolle Musikausbildung ist nach wie vor in sehr hohem Ausmaß gegeben und das kulturelle Leben der Stadt Hall wird maßgeblich vom Wirken dieser überaus erfolgreichen Bildungseinrichtung und größten Haller Schule mitgeprägt.

Hall in Tirol im September 2019